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Beiträge aus dem Was-mit-Medien-Alltag

Big Data Analytics Workshop

Medieninformatikprofessuren zeigten aktuellen Stand der Big-Data-Forschung in Weimar

Die Bazon-Brock-Textgenetik beim Big-Data-Analytics-Workshop in Weimar
Die Bazon-Brock-Textgenetik beim Big-Data-Analytics-Workshop in Weimar • Foto: Martin Kohlhaas

Seit Ende 2013 gibt es in Weimar eine Big-Data-Professur in der Person von Junior-Prof. Dr. Matthias Hagen. Diese wird als Stiftungsprofessur im Rahmen des InnoProfile-Tansferprogrammes des Bundes-Forschungsministeriums gemeinsam mit sieben Technologieunternehmen für die ersten fünf Jahre finanziert.

Am 11. Juli wurde in diesem Rahmen ein Workshop veranstaltet, bei welchem den angeschlossenen Unternehmen aktuelle Forschungsprojekte präsentiert wurden. Die Vorträge kamen unter anderem von Prof. Dr. Benno Stein zum Thema Data Mining und Analyse und von Prof. Dr. Bernd Fröhlich zum Thema Datenvisualisierung.

Im Rahmen der Präsentation zur Datenvisualisierung wurden auch aktuelle Demos zu einer laufenden Masterarbeit gezeigt, die sich auf Basis der Volltexte von Bazon Brock mit Textanalyse und -visualisierung beschäftigt. Mit dabei natürlich unsere Textgenetik.

13.07.2014 | Noch keine Kommentare

Beuys Brock Vostell

Ausstellungseröffnung im ZKM Karlsruhe am 23. Mai 2014

Letztes Wochenende eröffnete die Austellung über die „bedeutenden deutschen Aktionskünstler der Nachkriegsmoderne Joseph Beuys, Bazon Brock und Wolf Vostell“ (ZKM-Pressetext) unter anderem mit Reden von Bazon Brock und Peter Weibel. Schon allein diese Programmpunkte lohnten die Fahrt in den Süden.

Die Ausstellung selbst ist ein Sammelsurium unglaublich vieler Exponate, darunter sehr viele Videos von Aktionen der drei Künstler. Ein Abend reicht nicht, eine Woche sicher auch nicht, um alles in Ruhe aufzunehmen. Ich warte gespannt auf den Katalog, der sicherlich Texte und Bilder in Ruhe erlebbar macht - für (einige) Videos kann ich auf die Mediathek der Website von Bazon Brock verweisen.

28.05.2014 | Noch keine Kommentare

„Kooperation ist die Rettung“

Vortrag von Victoria Ringleb, Geschäftsführerin der AGD

co-working-space in der bauhaus.factory
co-working-space in der bauhaus.factory • Foto: Martin Kohlhaas

Es ging um das Netzwerken in der Kreativwirtschaft, vor allem als Chance für „Einzelkämpfer“ auf der Suche nach spannenderen und/oder größeren Projekten. Netzwerken wurde hier weniger als Form von lockerem Austausch, sondern im Sinne von konkreter Kooperation bei realen Projekten referiert.

Für mich war der Termin vor allem eine Gelegenheit, am Tag der Eröffnung, die bauhaus.factory, das neue Kreativzentrum in Weimar mal von innen zu sehen.

19.05.2014 | 2 Kommentare

re:publica 2014

Eine Nachlese die nicht funktionieren kann

re:publica 2014 | Namensschilder
re:publica 2014 | Namensschilder • Foto: Martin Kohlhaas

Ich glaube es gibt so Sachen, die kann man schlecht jemandem vermitteln, der sie nicht selbst erlebt hat. Letztes Jahr habe ich die re:publica online verfolgt - via twitter, die Live-Streams und die täglich erscheinenden eBooks. Das war spannend aber irgendwie nicht besonders spektakulär. Seit dieser Woche weiß ich nun, wie es sich anfühlt, vor Ort gewesen zu sein.
Die Anzahl der tweets, oder die Menge der Videos geben kein Bild von der Stimmung.

Weiter ins Detail will ich da gar nicht gehen. Auch Zusammenfassungen von Einzelvorträgen lasse ich an dieser Stelle weg. Ich kann nur empfehlen, sich so viele der Vorträge wie möglich online noch anzuschauen (Danke für die viele Arbeit und die Veröffentlichung!). Ein wichtiger Tipp: ignoriert die Titel - die sind meist doof. Hinter den beklopptesten Titeln verbergen sich oft die spannendsten Vorträge. Einfach reinklicken. Zum Einstieg nachfolgend ein paar Empfehlungen:

Diese Liste macht einen sehr einseitigen Eindruck – dieser täuscht. Die re:publica ist unglaublich vielfältig. Von einem Vortrag zum nächsten kann man eine wahnsinnige Themenvielfalt erleben. Von Elternblogs über Bildungsthemen, Hardware-Workshops, Netzkultur, Video, usw. – es ist in der Menge nicht zu überblicken. Die obige Liste ist deshalb so einseitig, weil bei der Beschäftigung mit dem Leitthema Snowden/Überwachung/digitale Freiheit klar wird, dass wir über Elternblogs und Katzenbilder gar nicht reden brauchen, wenn die Grundlage schon nicht stimmt oder wie es Sascha Lobo sagt, wenn das Internet kaputt ist.
 

09.05.2014 | Noch keine Kommentare

„Netzwerken ohne Strom“

Unter diesem Titel veranstaltete die Gründerwerkstatt neudeli ein Seminar/Workshop zum Thema Kundenbeziehungen zwischen Designern und ihren Auftraggebern

Skizze vom Workshop
Skizze vom Workshop

In überschaubarer Runde stellte Andreas Maxbauer von der Allianz Deutscher Designer alle möglichen Facetten des Netzwerkens vor. Spannend wurde das Ganze durch kleine Übungen und Diskussionen zwischendurch und viele Erfahrungsberichte aus dem Berufsalltag des Referenten.

Meine drei „take home messages“:

  • die Frage „Was habe ich vom Netzwerk XYZ“ sollte nicht im Vordergrund stehen. „Was kann ich beitragen“ schon eher. Dann kommen Effekte schon von selbst – das muss sich aber entwickeln und braucht Zeit
  • es sind die kleinen klassischen Dinge wie Geburtstagsgrüße oder die persönliche Übergabe einer Präsentation, die heutzutage beim „Emaillen“ und „liken“ oft auf der Strecke bleiben, die aber den meisten Effekt haben
  • Es gibt viel mehr Netzwerke in die ich eingebunden bin, als ich auf dem Schirm hatte - das Seminar hat dafür die Augen geöffnet.
  • … und – ich brauche neue Visitenkarten

Ich freue mich auf die nächste Veranstaltung im neudeli – der Termin steht schon im Kalender.

05.12.2013 | Noch keine Kommentare

digital bauhaus - creative innovation summit 2013

Ich habe die Konferenz in Weimar besucht, Vorträge von Michael Conrad, Jeremy Rifkin und Gunther Dueck gehört und bin vom fairphone begeistert worden.

digital bauhaus - creative innovation summit 2013 | Banner am Eingang
digital bauhaus - creative innovation summit 2013 | Banner am Eingang • Foto: Martin Kohlhaas

Vortrag 1 von Michael Conrad

Porträt im Manager-Magazin

Es ging um Werbung, ums Geschichten erzählen, ums Ideen verkaufen, um den „Bauhaus-Geist“ in der Gestalt, um buntes Tagline-Raten. Das war anekdotisch kurzweilig erzählt aber nahm mich nicht mit. Drei Sachen habe ich dann doch für mich mitgenommen: erstens „agency people should work together with the clients“ mit dem Fokus auf miteinander arbeiten und nicht Agentur arbeitet für Kunden – klar. Zweitens: „don’t focus only on Ad ideas – mind the business ideas“. Ich denke das ist beim Vortrag anhand der Beispiele klar geworden, dass eine „große Idee“ viele Bestandteile hat (Produkt, Name, Design, Marke, Zielgruppe, Vertrieb, und viele mehr) und das es nichts nützt, wenn nur einer davon top ist und die anderen nicht. Drittens ein Buchtipp Richard Florida „The Rise of the Creative Class“ Wikipedia

Vortrag 2 von Jeremy Rifkin

Wikipedia

Dieser Vortrag war für mich der Hauptgrund des Besuchs dieser Veranstaltung – ich wurde nicht enttäuscht und mit diesem Teilsatz bin ich wieder beim alten Problem, welches dann später von Gunther Dueck ebenfalls thematisiert wurde. Wenn man davon ausgeht, dass nur interessierte Menschen auf solche Veranstaltungen gehen, die es sowieso gewohnt sind über Ihren eigenen Tellerrand zu schauen, dann rennt man bei diesem Publikum offene Türen ein. Natürlich ist es selbstverständlich, dass wir mit unseren Auftraggebern gemeinsam Projekte entwickeln und nicht im Kämmerlein Konzepte bauen und diese - friss oder stirb - überstülpen. Schön, so etwas noch mal zu hören, aber da sitzen die Falschen im Publikum. Auch schön, um zu Rifkin zu kommen, den Zusammenhang zwischen aktuellem Hochwasser und dem Klimawandel (Wir sind mittendrin!) nochmal dargelegt zu bekommen, aber (ich hoffe das) die meisten im Publikum arbeiten an der dritten industriellen Revolution bzw. sind auf dem Sprung. Der Vortrag war natürlich gut. „tell a good story and people will be with you for one or two hours“ sagte Rifkin mit Bezug auf den Wunsch nach kompakter Aufbereitung von Informationen in Zeiten von twitter und facebook. Inhaltlich erläuterte Rifkin sein Konzept der „five pillars“ – das kann jeder selbst googeln – praktischerweise lagen der Konferenztasche gleich drei Rifkin-Artikel für die heimische Lektüre und das Teilen im Freundeskreis und der Familie bei.

Vortrag 3 von Gunther Dueck

Wikipedia

Dueck nahm Bezug auf Rifkin in dem er sagte „we know what we should do“ um dann unter anderem dar zu legen, warum es nicht viel Sinn hat, wenn sich die Protagonisten untereinander ihre tollen Konzepte erzählen. Die „großen Ideen“ müssen zu den „normalen Leuten“ gebracht werden. Dort bekommt man das ehrliche Feedback, dort bekommt man die Kritik, die einen letztendlich weiterbringt.

Ich bin mir sicher, dass man auch zu den anderen Vortragenden Video-Beispiele findet, ich empfehle aber Gunther Duecks Vortrag auf der diesjährigen re:publica. Es ging um das gleiche Buch, insofern sind viele Inhalte identisch.

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie …“ – das obligatorische Goethe-Zitat, weil wir in Weimar sind. Die Zusammenführung der drei Vorträge war für mich die Kurzpräsentation des fairphone (http://www.fairphone.com/). Eine große Idee, in einer berührenden Geschichte erzählt bleibt nicht in der Schublade sondern wird an die normalen Leute gebracht! Da steckte dann doch etwas Bauhaus drin.

P.S. Natürlich gab es bekannte Gesichter und gegenseitige Einladungen zum einen oder anderen Kaffee in der näheren Zukunft - das war schön. Als Teilnehmer des Kreativradars gab es die Karte geschenkt. Wer sich so eine Gelegenheit entgehen lässt, ist selber schuld.

P.P.S. Mit dem Netz „das ging mal so was von gar nicht“. Das war schon echt peinlich. Auch sonst gab es einige technische Probleme – hallo Innovation! Die Schlange am Mittagsbuffet brachte den Zeitplan vollends zum kippen, die im Programm angekündigten Panels fielen aus. (ich holte mir ein Brötchen auf dem Goetheplatz). Und der Kaffee hat überhaupt nicht geschmeckt - das nur für’s Protokoll.

04.06.2013 | Noch keine Kommentare