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Beiträge aus dem Was-mit-Medien-Alltag

Nach „Flat Design“ kommt „Material Design“

Google organisiert seine Oberflächen neu und nennt das „Material Design“. Das Unternehmen will damit einen Neustart definieren wie einst die Arbeitsgruppe bei Xerox Parc, die den Grundstein für die heutigen grafischen Benutzeroberflächen legte.

Artikel zum Thema gab es nach der Entwicklerkonferenz I/O einige, beispielhaft kann nachgelesen werden bei The Verge „Material world: how Google discovered what software is made of“ oder bei heise.de „Google I/O: Alles neu beim UI“.

Für mich bleiben zwei Dinge hängen: Erstens der Anspruch, Benutzeroberflächen von Grund auf neu zu denken und sich dabei von Realweltmetaphern zu lösen. „That’s also important because while this material follows some physical rules, it doesn’t fall into the old trap of skeuomorphism. The material isn’t a one-to-one imitation of physical paper, but instead it’s "magical," as Duarte puts it.“ (Matias Duarte, Vizepräsident Design bei Google, zitiert aus dem Verge-Artikel). Wir werden sehen, inwieweit der Anspruch erfüllt wird - der Versuch an sich ist jedoch schon lobenswert.

Die zweite spannende Sache ist die umfangreiche Design-Dokumentation, die Google unter der Adresse www.google.com/design veröffentlicht hat. Für Freunde von Styleguides bieten sich hier Stunden von Lesematerial.

Ich bin gespannt, welchen Einfluss die neuen Oberflächen auf die Trends imWebdesign haben werden und bin schon gespannt auf das nächste Android-Update für einen eigenen interaktiven Eindruck.

30.06.2014 | 8 Kommentare

Webmontag #16: Thema „Textgenetik“

Wie können Textanalyse und DataViz einen Leser bei der Annäherung an ein umfangreiches Textwerk unterstützen?

Bildschirmfoto aus Demo zur visuellen Suche (Ngram-Dekaden-Häufigkeit)
Bildschirmfoto aus Demo zur visuellen Suche (Ngram-Dekaden-Häufigkeit) • Dora Spensberger

Dora Spensberger, Masterstudentin an der Bauhaus-Universität Weimar, berichtete über ihre Vorarbeiten und Analysen auf Basis des über 2 Millionen Wörter umfassenden Volltextbestandes von Bazon Brock.

Erste Visualisierungen und Demos boten viel Stoff für Diskussionen über Möglichkeiten und Grenzen automatischer Textanalyse und die visuelle Unterstützung von Suchvorgängen.

Alle Beteiligten sind gespannt auf die nächsten Entwicklungen und freuen sich auf eine weitere Präsentation im Verlauf der Arbeit.

11.03.2014 | Noch keine Kommentare

Symbolschrift statt Bilddateien

Websites brauchen Icons und Symbole zur besseren Lesbarkeit. Diese wurden bisher direkt als Bild eingebunden bzw. über CSS als Hintergrundbild platziert.

Für die nächste Version unseres CMS verzichten wir auf Bilder für die Darstellung von Symbolen und nutzen stattdessen die Schriften von symbolset.com.

So lassen sich Funktionen wie compose «Neuer Artikel», oder Statusinformationen wie public  «freigegeben» oder locked «gesperrt» sehr einfach darstellen.

Schön ist auch, dass sich alle Symbole ganz einfach farblich anpassen lassen femaleavatar maleavatar – und das einfach per CSS ohne jedes Icon mehrfach vorhalten zu müssen (ja, das geht mit transparenten icons und wechselnden Hintergrundfarben per CSS auch).

Die Symbolschiften finden wir like und haben sie schon ganz in unser love geschlossen.

10.10.2012 | 4 Kommentare

Interface-Kuddelmuddel

Der AppStore bringt das Interface-Durcheinander jetzt auch auf den Desktop. Beim iPad ist es ja schon aufgefallen - jede App macht ihre eigenen Interface-Regeln. Dort kann man es noch abtun als Spielwiese und dass das iPad sowieso nicht zum Arbeiten sondern nur zum Spielen gedacht ist. Aber jetzt kommt der AppStore auch auf den Schreibtisch und damit offenbar auch das neue Interface-Durcheinander.

5 Bilder. Klicken Sie auf ein Bild um die Diaschau zu starten.

Twitter für Mac: Kontextmenü am Twitter-Programm-Fenster Twitter für Mac: Kontextmenü in der Menüleiste Wunderlist Programmfenster

Anbei zwei Beispiele von momentanen Dauerbrennern in meiner Programmliste: „Twitter für Mac“ und „Wunderlist“. Die beiden gehen ins Rennen gegen das Apple-hauseigene iTunes, welches ich mal als Interface-Maßstab nehmen will.

Auf den ersten Blick wird schon klar, dass die drei Programme jeweils eigene Wege gehen. Jedes für sich genommen ist sicher nicht schlecht, aber in der Kombination nervt es einfach, ständig überlegen zu müssen, wo die Funktionen versteckt sind. Immerhin haben zwei von drei Programmen das Suchfeld oben rechts.

Ausgangspunkt dieses Beitrags war aber meine Entdeckung, dass sich Twitter jetzt auch mit einem Icon oben in der Menüleiste breit macht. Beim Aufklappen sehe ich dann, dass ein neuer Tweet in er Menüleiste mit Befehl+A (üblicherweise „alles auswählen“) im Programmfenster aber mit Befehl+N („Neu“) geschrieben werden kann. Da wird es unlogisch, oder?

Ich will das nicht so in die Länge ziehen, aber mir ist noch ganz klar, ob ich mich freuen soll, dass neue Interface-Ideen ausprobiert werden (von der Twitter-App auf dem iPad bin ich ja einigermaßen begeistert gewesen) oder mich ärgern soll, dass meine bisher relativ konsistente Interface-Landschaft auf dem Mac jetzt so durcheinander gebracht wird.

Noch hat das ja nicht auf die Produktionsprogramme übergegriffen, aber ich mache mir da durchaus Sorgen, dass z.B. Adobe auf die Idee kommt und die nächste Creative Suite im AppLook daher kommt. Spielwiese ist gut und muss sein, aber ein konsistentes Interface bleibt immer noch Gold wert.

07.01.2011 | Noch keine Kommentare